Händler investieren viel Aufwand in Banner auf der Startseite, saisonale Kampagnen, hervorgehobene Kollektionen und Werbekacheln. Diese Elemente sind wichtig, machen aber nur einen Teil des Einkaufserlebnisses aus. Für viele Käufer ist die Suchleiste der eigentliche Ausgangspunkt.
Laut einer im April 2026 von Profitero durchgeführten Umfrage unter 1.000 repräsentativ ausgewählten US-Käufern nutzen 34 % die Suche hauptsächlich, um auf Händler-Websites zu navigieren. Rabatte und Sonderangebote folgten an zweiter Stelle und hatten für 23 % der Käufer Priorität. Die Botschaft an Händler ist klar: Die Suche auf der eigenen Website verdient einen zentralen Platz in der Strategie für digitales Merchandising.
Die Suche erreicht Käufer mit konkreter Kaufabsicht
Beim Stöbern auf der Startseite können Käufer inspiriert werden, die noch überlegen, was sie möchten. Die Suche erfüllt einen anderen Zweck: Sie hilft Menschen, die bereits ein bestimmtes Produkt, eine Marke, eine Kategorie oder einen konkreten Bedarf im Sinn haben.
Eine Suchanfrage wie „Laufschuhe für Damen“, „kabellose Ohrhörer“ oder „Bio-Babynahrung“ zeigt Händlern direkt, wonach Käufer suchen. Sind die Ergebnisse relevant und lassen sie sich leicht eingrenzen, können Käufer dank der Suche schnell von ihrer Kaufabsicht zur Produktauswahl gelangen – und dem Kauf näher kommen.
Suchanfragen können auch nützliche Erkenntnisse zur Kundennachfrage liefern, etwa zu bevorzugten Marken, zur Preissensibilität, zu gewünschten Produktmerkmalen, saisonalen Bedürfnissen und zur Wortwahl der Käufer. Suchanfragen ohne Treffer können auf Lücken im Sortiment, in den Kataloginhalten oder im Suchverständnis hinweisen.
Einfache Autovervollständigung verfehlt das Ziel
Besonders wichtig sind Investitionen für Händler, die auf einfache, in ihre Plattformen integrierte Suchtools mit nur begrenzten Autovervollständigungsvorschlägen setzen.
Ein schlichtes oder überladenes Vorschlagsfenster kann sich vom Einkaufserlebnis losgelöst anfühlen. Vorschläge, die Tippfehler, Synonyme und unterschiedliche Bezeichnungen für ein Produkt nicht berücksichtigen, können Käufer hingegen in eine Sackgasse führen.
Eine leistungsfähigere Suche auf der eigenen Website kann die Autovervollständigung übersichtlicher und hilfreicher gestalten. So erkennen Käufer schon während der Eingabe relevante Produkte, Kategorien und Marken – auch wenn ihre Suchanfrage nicht genau mit den Katalogeinträgen übereinstimmt.
Angebote in die Suchreise einbinden
Suche und Angebote müssen nicht um Aufmerksamkeit konkurrieren. Sie können sich ergänzen.
Wer nach „Kaffeemaschinen“ sucht, kauft möglicherweise eher, wenn passende reduzierte Artikel, Gutscheine oder Preise für Treueprogramm-Mitglieder in den Ergebnissen gut zu erkennen sind. Händler können Angebote mit dem verbinden, wonach Käufer ohnehin suchen – etwa durch Rabattkennzeichnungen, Filter für Sonderangebote, eine Sortierung nach Aktionen oder Module mit ähnlichen Angeboten.
Entscheidend ist die Relevanz. Angebote sollten die Kaufabsicht unterstützen, nicht davon ablenken.
Weiter in die Startseite investieren, aber den Aufwand ausgewogen verteilen
Die Startseite bleibt wichtig, um Kampagnen vorzustellen, neue Produkte zu präsentieren und unentschlossenen Käufern beim Entdecken zu helfen. Ihre visuelle Präsenz sollte sie jedoch nicht automatisch zur wichtigsten Investitionspriorität machen.
Wenn Käufer sich bei der Navigation auf die Suche verlassen, sollten Händler ihr bei Planung, Optimierung, Tests und Erfolgsmessung eine vergleichbare Aufmerksamkeit schenken.
Auch ein relevantes Suchergebnis ist frustrierend, wenn der Artikel nicht auf Lager ist. Ebenso können Rankings, die kommerzielle Interessen höher gewichten als die Relevanz für Käufer, das Vertrauen untergraben. Eine effektive Suche bringt die Kaufabsicht der Kunden mit praktischen Signalen wie Verfügbarkeit, Preis, Bewertungen und Aktionsstatus in Einklang.
Die Suche auf der eigenen Website als Wachstumskanal nutzen
Die Suche ist mehr als eine Navigationsfunktion. Sie ist ein Kontaktpunkt mit hoher Kaufabsicht und eine wichtige Quelle für Erkenntnisse darüber, was Käufer möchten. Händler, die es einfacher machen, passende Produkte und Angebote zu finden, schaffen einen reibungsloseren Weg zum Kauf und gewinnen zugleich weitere Einblicke in die Nachfrage, die bereits auf ihrer Website besteht.
Das Merchandising auf der Startseite bleibt wichtig. Die Ergebnisse von Profitero erinnern jedoch daran, Investitionen daran auszurichten, wie Kunden tatsächlich einkaufen. Wenn mehr als jeder dritte Käufer die Suche hauptsächlich zur Navigation nutzt, sollte die Suche auf der eigenen Website ein zentraler Bestandteil des E-Commerce-Erlebnisses sein – und kein nachträglicher Gedanke.
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